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Planeten sind auf ihrer Bahn um die Sonne nicht alleine: Die meisten von ihnen werden von sogenannten Trojanern begleitet – Asteroiden, die sich auf der gleichen Umlaufbahn um die Sonne befinden, wie ein Planet. Entweder folgen sie ihm, oder eilen ihm voraus.  Während der erste Jupitertrojaner bereits 1906 von Max Wolf entdeckt wurde, kam es erst 2011 zu der ersten Identifikation eines Erdtrojaners – Asteroid 2010 TK7.
Die Existenz des zweiten, größeren Erdtrojaners haben Astronomen nun in einer neuen Studie, die in dem Fachmagazin Nature Communications erschien, verkündet. Der Lichtpunkt 2020 XL5, der bereits 2020 vom Teleskop-System Pan-STARRS1 entdeckt wurde, „wird mindestens die nächsten 4000 Jahre ein Erdtrojaner bleiben“, so die Autoren. Mit einem Durchmesser von ungefähr 1,18 Kilometern ist er mehr als drei Mal so groß wie der erste entdeckte Erdtrojaner, der einen Durchmesser von ungefähr 0,3 Kilometern hat.

VON LISA LAMM

Fangen wir gleich mit dem gefährlichsten aller zumindest bekannten Kandidaten an, Apophis wird am 13. April 2029 in knapp 30.000 km an der Erde vorbeifliegen. Für diese Begegnung lag im Dezember 2004 das Jahr, in dem er zum ersten Mal entdeckt wurde war die Einstufung auf der Turiner Skala für wenige Tage bei 4, ein bisher nicht wieder erreichter Wert. Das ist im kosmischen Maßstäben berechnet, verdammt nah! Man kann nur hoffen, dass die Berechnungen keine Fehler enthalten und dass die unbekannten in der Gleichung berücksichtigt sind (z.B. minimale Kursveränderungen, die sich unterwegs ereignen können) den dieser Kamerad hat es in sich! Mit einem Durchmesser von 350 m ist er ein astreiner Planetenkiller mit einer geschätzten Eingangsenergie von 900.000.000 Millionen Tonnen TNT. Was auch noch zu beachten ist, wie wird sich der Vorbeiflug auf die vielen Geostationären Satelliten auswirken die sich in 36.000 km Entfernung befinden?

Das ist er der schlimme Finger! Quelle:NASA

Bildrechte: ESA

Hypothetisches Einschlagsszenario der Planetary Defence Conference 2021. Die roten Punkte auf dem Bild zeigen einige der möglichen Aufprallpunkte.

Die Markierung rechts oben im Bild, zeigt das wir in München auch dabei sind!

Zuerst die schlechte Nachricht: Der Asteroid "2021 PDC", der erst am 19. April 2021 entdeckt wurde, könnte bereits am 20. Oktober 2021 auf der Erde einschlagen. Nachdem die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario zunächst lediglich mit 1 zu 2.500 angegeben wurde, stieg die Einschlagswahrscheinlichkeit mittlerweile auf beängstigende fünf Prozent. Der astronomische Kleinkörper hat schätzungsweise einen Durchmesser von 120 Metern, könnte aber auch bis zu 700 Meter groß sein. Damit ist der Asteroid groß genug, um bei einer Kollision mit der Erde schwerste Zerstörungen auf unserem Planeten anzurichten.

Es gab schon einmal einen gewaltigen Einschlag in Bayern aber das ist schon eine ganze Weile her, vor etwa 15 Millionen Jahren schlug ein gewaltiges Teil mit geschätzten 1500 Metern Durchmesser einen Krater mit 13 km Radius.

Der Brocken der seinerzeit die Ära der Dinosaurier beendete, war 10 Mal so groß!

Er hat die erfolgreichste Spezies, die jemals auf der Erde lebte (180 Millionen Jahre) vollständig ausradiert!

Das passiert, wenn einer der größeren Brocken einschlägt...DeepImpact

 Diese Illustration zeigt zwei Asteroiden, die durchaus das Potenzial von Planetenkillern haben.

Dieser Kandidat ist etwas ganz Besonderes, er wurde erst Ende 2022 von einem Amateur-Astronomen ohne Superteleskope und neuester Digitaltechnik entdeckt. Nach verschiedenen Berechnungen stellte sich heraus, dass er sich bereits seit 1961 in einer Erdumlaufbahn befindet und diese 2081 wieder verlassen wird. Mit einem geschätzten Durchmesser von 15 - 30 Metern ist er als Planetenkiller nicht geeignet, von ihm geht keine große Gefahr aus!

Hier sehen wir eine exakte Auflistung der ganz großen Brocken, die sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter befinden, außer Ihnen gibt es noch tausende kleinere Teile. Es gibt immer wieder Kollisionen unter ihnen, deshalb ist eine Kursänderung von großen Stücken nicht völlig ausgeschlossen. Doch unser schöner blauer Planet hat einen mächtigen "Gatekeeper" (Torwächter) der das innere Sonnensystem zuverlässig schützt und das ist Jupiter, seine Gravitation ist so weitreichend, dass er alles im Asteroidengürtel in Schach hält.

Die obere Hälfte des Bildes zeigt eine computergestützte Rekonstruktion von Kleopatra, einem "hundeknochenförmigen" Asteroiden, der die Sonne im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter umkreist. Von einem Ende zum anderen ist Kleopatra 270 Kilometer lang. Sieht doch mehr wie eine Erdnuss aus, oder?
Dieses Bild zeigt einen Größenvergleich zwischen dem Asteroiden Kleopatra und Chile.

Der Chicxulub Einschlagkrater im Yucatan im Golf von Mexiko nordwestlich von Kuba war ein ultimativer Planetenkiller, mit einer Länge von geschätzten 10 - 12 Kilometern hat er vor etwa 65 Millionen Jahren nahezu sämtliches Leben auf der Erde ausgelöscht. Es war das Ende der Dinosaurier, die mehr als 180 Millionen Jahre (Mesozoikum) das Leben auf der blauen Murmel dominierten. Durch den Einschlag wurden enorme Mengen an pulverisierter Materie in die Atmosphäre geschleudert, dadurch entstand ein nuklearer Winter, der die Nahrungskette gänzlich zum Erliegen brachte. 

Hier die Einschlagkoordinaten von Google Earth dargestellt!

2019 OK, ist ein Apollo-Asteroid von gut 90 m Durchmesser, der am 25. Juli 2019 entdeckt wurde, nur einen Tag, bevor er die Erde in weniger als 72.000 Kilometer passierte. Dabei flog er mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/s relativ zur Erde. 40.000 Objekte größer als 100 Meter: Wenn so ein Brocken uns treffen würde, wären die Folgen verheerend. Physiker schätzen die Größe des Tunguska-Meteoriten auf etwa 40 Meter, obwohl man nie irgendwelche Teile fand. Gesteinsbrocken aus dem All gehen jeden Tag auf die Erde nieder - etwa 100 kg prasseln jeden Tag, ohne dass wir es merken, auf uns herab. Fast alles verglüht in der Atmosphäre. Vor kurzem stürzte ein Asteroid über Costa Rica auf die Erde - die Vorwarnzeit waren nur 13 Stunden, sagt Rüdiger Jehn von der ESA. Warnzeit bedeutet, Zeit in Keller zu verschwinden, alle Rollos runter und alles anbinden, was nicht fest angebracht ist. Denn eine Asteroiden-Explosion oder ein Einschlag ist wie ein Tornado. Bei den richtig großen Brocken würde nicht einmal das etwas nützen, da wäre die Einschlagenergie so groß, dass Gebiete so groß wie Thüringen komplett platt gemacht werden würden. Allerdings würde man sie auch viel früher ausmachen und dann die Ärmel hochkrempeln. Dafür muss man sie aber Jahre vorher entdecken und kann dann dorthin fliegen, einen Satelliten dort reinrammen und die Bahn leicht verändern, um ihn vom Kollisionskurs abzubringen.